Im Rahmen unseres interkulturellen Nachmittags nahm uns unsere neuseeländische Gastschülerin mit auf eine spannende Reise ans andere Ende der Welt, nach Aotearoa, dem Māori-Namen für Neuseeland, der oft mit ‚Land der weißen Wolke’ übersetzt wird. Mit vielen Bildern, interessanten Fakten und persönlichen Geschichten zeigte sie uns, was Neuseeland so besonders macht.
Los ging es mit einem Blick in die Geschichte des Landes. Katie erklärte, dass zunächst niederländische Seefahrer und später der britische Entdecker James Cook nach Neuseeland kamen. Das Zusammentreffen der europäischen Siedler mit den Māori verlief jedoch nicht immer friedlich. Sprachbarrieren und unterschiedliche Vorstellungen führten immer wieder zu Missverständnissen und Konflikten. Mit den Europäern kamen außerdem Krankheiten und Musketen ins Land, was dramatische Folgen für die Māori-Bevölkerung hatte. Auch der Vertrag von Waitangi aus dem Jahr 1840 sorgte für Spannungen, da die englische und die Māori-Version unterschiedlich interpretiert wurden. Landenteignungen, wirtschaftliche Schwierigkeiten und ein starker Bevölkerungsrückgang waren die Folge.
Neben der Geschichte beeindruckte vor allem die einzigartige Natur Neuseelands. Das Land liegt auf zwei tektonischen Platten und erlebt deshalb täglich etwa 50 bis 80 Erdbeben. Gleichzeitig entstehen dadurch heiße Quellen, Vulkane und spektakuläre Landschaften mit hohen Bergen. Katie stellte außerdem die beiden größten Städte Auckland und Wellington vor und zeigte Bilder der berühmten Glühwürmchenhöhlen, die viele von uns besonders faszinierend fanden.
Natürlich durfte auch das Thema Sport nicht fehlen. Rugby ist in Neuseeland mehr als nur ein Spiel – es gehört zur nationalen Identität. Besonders beeindruckend war der Haka, der traditionelle Tanz der Māori, mit dem Stärke, Respekt und Zusammenhalt gezeigt werden und der vor Wettkämpfen oft zur Einschüchterung des Gegners aufgeführt wird. Wir selbst durften diesen Tanz ausprobieren.
Auch Netball, eine vor allem bei Frauen beliebte Mannschaftssportart, spielt in Neuseeland eine große Rolle. Katie erzählte außerdem von riesigen Schulsportveranstaltungen mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Schulen.
Spannend war auch der Einblick in den Schulalltag. Schuluniformen gehören in Neuseeland ganz selbstverständlich dazu. Außerdem lernten wir einige Māori-Begriffe kennen – zum Beispiel „Kai“, das „Essen“ bedeutet und im Alltag häufig verwendet wird.
Auch kulinarisch gab es einiges zu entdecken. Katie brachte typische neuseeländische ANZAC-Kekse mit, die unter anderem aus Haferflocken und Butter bestehen. Sie erzählte, dass diese Kekse während des Ersten Weltkriegs an Soldaten verschickt wurden, da sie lange haltbar waren. Natürlich durften wir sie anschließend auch probieren.
Zum Abschluss überraschte Katie uns mit vielen spannenden Fun Facts. Wir erfuhren, dass Dunedin als Studentenstadt für ihre legendären Partys bekannt ist, dass es große Wohltätigkeitsaktionen mit Tausenden Süßigkeiten gibt und dass zahlreiche bekannte Filme in Neuseeland gedreht wurden. Außerdem stammen verschiedene berühmte Persönlichkeiten, darunter Schauspieler wie Russell Crowe, aus Neuseeland oder sind eng mit dem Land verbunden.
Wir bedanken uns herzlich bei Katie für ihre abwechslungsreiche und informative Präsentation. Der Nachmittag hat uns gezeigt, wie vielfältig Neuseeland ist und wie spannend interkultureller Austausch sein kann. Vielen Dank für die tollen Einblicke in Geschichte, Kultur, Natur und den Alltag am anderen Ende der Welt!
Text und Bilder: Frau Bacher













