Intercultural afternoon: Brazil

Bruna ist unsere erste Gastschülerin aus Brasilien.

In ihrer Präsentation stellte sie uns zunächst die fünf Regionen: Centro-Oeste, Nordeste, Norte, Sudeste und Sul, aus der sie selbst stammt, vor. Brasilien ist mit knapp 215 Millionen Einwohnern der siebtgrößte Staat der Erde, der Fläche nach rangiert er auf Platz 5. Bis auf Chile und Ecuador grenzt Brasilien an jedes andere südamerikanische Land.

Wir erfuhren etwas über die großartige Landschaft mit tollen Küstenabschnitten und Stränden, hohen Bergen, wie beispielsweise den Anden, dem Regenwald und großen Wasserbecken, wie dem des Amazonas, das fast die Hälfte des Landes bedeckt.

Nach der europäischen Entdeckung Amerikas wurde Brasilien für drei Jahrhunderte eine portugiesische Kolonie, deren Sprache bis heute erhalten blieb. Während der Kolonialzeit wanderten dort viele Europäer*innen mehr oder weniger freiwillig ein, was heute noch in der ethnischen, religiösen und kulturellen Vielfalt des Landes zu erkennen ist. Der Großteil der Bevölkerung gehört zur römisch-katholischen Kirche, obwohl der Anteil sinkt, etwa ein Viertel sind Protestant*innen. Jede/r kennt wahrscheinlich die monumentale Christusstatue Christo Redentor (dt. „der Erlöser“) auf dem Berg Corcovado bei Rio de Janeiro. Zusätzlich gibt es viele Freikirchen, Spiritistische Gemeinden und afro-brasilianische Religionen wie Candomblé und Umbanda. Bruna stellte uns die eindrucksvollen Ruinen der Jesuitenmission von São Miguel das Missões im Land der Guaraní vor.

Somit sind auch deutsche Traditionen in Brasilien zu Hause. In Brunas Stadt gibt es jedes Jahr das Oktoberfest mit Bier, Wurst sowie traditionellen Tänzen. Viele Menschen sprechen dort auch noch Bairisch, die korrekte Bezeichnung für den Dialekt. Zudem wurden auch zwei Fußballclubs, u.a. der heutige EC Pinheiros, der um 1800 von deutschen Einwanderern gegründete SC Germânia, in Brasilien heimisch.

Rio Grande do Sul ist neben den Iguazú-Wasserfällen und der Hauptstadt Porto Alegre (dt. „glücklicher Hafen“) bekannt und das Zentrum des Gauchos. Das Wort „Gaucho“ kommt ursprünglich aus der spanischen und portugiesischen Sprache und bezeichnet die Viehhirten in Südamerika. Sie sind allgegenwärtig im täglichen Leben, im Tourismus sowie auf Festen und Veranstaltungen. Typisch im Alltag der brasilianischen Cowboys ist der Mate-Tee, auch bezeichnet als Chimarrao, ein Getränk, das in Rio Grande do Sul omnipräsent ist. Jede/r trinkt es, immer und überall. Das Gefäß wird komplett mit Mate gefüllt und dann mit heißem Wasser aufgegossen. Es ist üblich und ein Teil der guten Erziehung komplett auszutrinken, bis ein saugendes Geräusch zu hören ist. Das Churrasco dominiert die Ernährung der Gauchos. Bei diesem Barbecue wird Fleisch auf Spießen über einem offenen Feuer zubereitet. Als Beilagen serviert man Gemüse, Salat, Reis und Polenta.

Ein weiteres Kennzeichen der brasilianischen Cowboys ist ihre Kleidung. Die Männer tragen Lederstiefel, welche bis zu den Knien reichen. Die weiten Hosen stecken in den Stiefeln und werden mit Hemd, Poncho und Hut aus Leder oder Filz kombiniert. Die Cowgirls kleiden sich in Kostüme mit Reifrock und Kniebundhöschen. Als Accessoire dient ein Schultertuch. Besonders auf traditionellen Events schmücken sich die Vertreter der Gaucho-Kultur gerne mit ihren schönsten Federn.

Flora und Fauna sowie die wirtschaftlichen Erzeugnisse des Landes sind ebenfalls beeindruckend. In Brasilien werden viele Nutzpflanzen wie Kaffee, Soja und Zuckerrohr angebaut. Zudem ist Brasilien der weltweit größte Produzent von Orangen und anderen Zitrusfrüchten.

Außerdem erhielten wir noch einige Informationen zu wichtigen Persönlichkeiten und Erfindungen, wie dem Luftschiffer Alberto Santos Du Mont(1873-1932). Er begann mit der motorisierten Luftfahrt und führte nach mehreren Fahrten mit verschiedenen selbstgebauten Luftschiffen 1906 auch den ersten öffentlichen Motorflug der Welt mit einem Flugzeug durch.

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Impfmarkierungen. Viele Menschen unserer Zeit mit einer Narbe am Oberarm kommen aus Brasilien. Diese Markierung ist in Europa für die Zeit des Impfens nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt.

Schließlich brachte uns Bruna noch Brigadeiros mit. Dies sind Trüffelpralinen mit gezuckerter Kondensmilch, Butter und Kakaopulver. Diese Zutaten werden zusammen erhitzt, zu Bällchen geformt und in Schokoladenstreuseln gerollt. Um die angefutterten Pfunde wieder loszuwerden, brachte sie uns noch zahlreiche traditionelle Tänze bei.

Danke, Bruna!

Text und Bilder: Fr. Bacher

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