6680 Kilometer gen Westen

Wenn wir diese Strecke in Richtung Asien zurücklegen, erreichen wir nach guten neun Flugstunden Ulaanbaatar, die Hauptstadt der Mongolei und somit auch die Heimat unserer mongolischen Gastschülerin Anu. Vor neun Jahren besuchte bereits Idertzogt aus Darkhan die erste IFC.

Zunächst lernten wir die allgemeinen Daten des Landes kennen: viereinhalbmal größer als Deutschland, 21 Provinzen, drei Millionen Einwohner*innen, davon lebt die Hälfte in der Hauptstadt. Die Mongolei ist das am dünnsten besiedelte Land der Welt.

Die Natur ist spektakulär und wohl im Westen besonders eindrucksvoll. Dort zeigen sich diverse Landschaftsbilder. Es gibt unheimliche viele Flüsse und Seen, wie beispielsweise den Uvs oder den Hovsgol See. Er ist zwei Millionen Jahre alt und liegt im Nordwesten der Mongolei, nur wenige Kilometer südlich der Grenze zu Russland. Dieser speichert ca. 70 % des Trinkwassers des Landes. Daneben gibt es auch fünf immerwährende Schneegipfel, darunter ist der höchste der Huiten-Gipfel mit 4374 Meter. In den Bergen und Höhlen sind bis heute viele Malereien erhalten.

Die Wüste Gobi ist ein extrem großes Trockengebiet. Felsen, Geröll und Kies prägen ihr Bild. Dort und in anderen Gebieten der Taiga leben Nomaden. Anu erzählte uns, dass sie mindestens zweimal im Jahr ihren Ort wechseln und in Jurten leben. Auch Anus Eltern haben neben ihrem Wohnsitz in der Hauptstadt ein Sommerdomizil mit einer Jurte, die schon ihren Großeltern gehört hatte. Sie erklärte uns genau, wie eine derartige Behausung gebaut wird und, dass im Winter mehr Planen außen angebracht werden müssen, um diese besser vor Kälte zu isolieren. Die Nomaden sind Viehhirten und leben nach dem Nomadenkalender. Sie halten Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele und Pferde. Die letzten beiden gehören als Transporttiere zu deren Grundausstattung. Die von diesen Tieren gewonnenen Produkte decken fast alle Bedürfnisse der mongolischen Familie ab: Rind-, Hammel- und Ziegenfleisch, ergänzt durch eine Vielzahl von Milchprodukten, bilden die mongolische Ernährung; zu Filz verarbeitete Schafwolle wird verwendet, um Kleidung, Bettwäsche und die Isolierung für die Jurte herzustellen; Tierhaare und Knochen dienen teilweise sogar zur Herstellung von Musikinstrumenten und Kinderspielzeug.

In der Mongolei gibt es viele wilde Tiere: Schneeleoparde, Rothirsche und -füchse, Luchse, Gazellen, Rehe, Wildschweine und -schafe, Steinböcke, Dachse, Bären und Przewalski-Pferde, sogenannte Wildpferde.

Außerdem erzählte uns Anu ein paar interessante Fakten zur Geschichte des Landes. Dschingis Khan vereinte die mongolischen Stämme und gründete im zwölften Jahrhundert das Reich der Mongolei. Später kam der Buddhismus auf, danach folgte die Qing-Dynastie. Der Buddhismus brachte viele eindrucksvolle Tempel hervor. Daneben gibt es auch andere Religionsrichtungen wie den Schamanismus.

Die Mongolei lehnte sich stark an Russland an, bis sie 1911 schließlich ihre Unabhängigkeit erlangte, aber vom letzten buddhistischen Herrscher Bogd Khan geführt wurde. Bis 1992 war das Land  dennoch politisch, militärisch und wirtschaftlich von der Sowjetunion abhängig.

Bekannt ist die Mongolei für die Herstellung der Luxusfaser Cashmere, eine sehr feine und glänzende Wolle der Kaschmirziege. Ziegen  gibt es, laut Anu, wohl um ein Vielfaches im Vergleich zu Menschen vor Ort.

Auch der Kehlkopfgesang wurde uns als bekannte traditionelle Musik vorgestellt. Ebenso gibt es einige Tänze, die u.a. an verschiedenen Festen aufgeführt werden. Das Tsagaan Saar, das Neujahrsfest, ist beispielsweise ein sehr bekanntes Fest, bei dem besonders die Älteren der Familie verehrt werden.

Wenn man übrigens jemand aus Versehen auf den Fuß tritt, gibt man sich als Entschuldigung die Hand.

Als kulinarische Spezialität brachte uns Anu Dumplings, mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen, mit. Sehr lecker!

Die Mongolei hat im Vergleich zu  Deutschland viele andere und gewöhnungsbedürftige Seiten, sie ist aber sicherlich sehr sehens- und erlebenswert.

Text und Bilder: Frau Bacher

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